Foto: Kerstin Selberherr
Verlag/Jahr: City-Flyer 11/11


Heute schon aufgefallen?

PRINT: IS THE NEW - im kürzlich eröffneten Mode-Store in der Marktgasse wird ein neu gewonnener urbaner Lebensstil zelebriert.

Kerstin Selberherr schätzt keine halben Sachen und schon gar nicht in der Mode. "is the new" taufte sie ihre Designer-Boutique in der Marktgasse, die am Weg zur zentralen Anlaufstelle für Mode-Aficionados ist. Solche gibt es auch in stp und die wollen exklusive, aber leistbare und alltagstaugliche Brands nach Hause tragen. Die Fragen stellte Werner Harauer.

City-Flyer: Du hast ein abgeschlossenes Studium an der Fachhochschule für Sozialarbeit und hast das Kolleg für Mode und Design in der Herbststraße Wien besucht. Wann fiel die Entscheidung zugunsten der Mode aus?

Kerstin Selberherr: In meiner Freizeit habe mich schon sehr lange mit dem Thema Mode, Kunst und Design beschäftigt. Der Wunsch, eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen, war schon in jungen Jahren vorhanden. Damals ließ ich mich noch beeinflussen und entschied mich für einen anderen Weg - für die "Knödelakademie".
Erst 2009 habe ich mich durchgerungen, eine Ausbildung im Bereich Modedesign zu beginnen. Zuerst versuchte ich eine berufsbegleitende Ausbildung ausfindig zu machen, was aber nicht möglich war. Nachdem ich dann das Angebot der Bildungskarrenz bekam, beschloss ich auch Tagesformen ins Visier zu nehmen und bin schlussendlich in der Herbststrasse in Wien gelandet.


CF: Welche Gründe gaben den Ausschlag, dass du Unternehmerin geworden bist?

Kerstin: Durch gute Kontakte zur Wiener Modeszene habe ich erlebt, wie schwierig es ist, als Designerin zu arbeiten bzw. welche finanziellen Herausforderung auf dich zukommen. Mit dem Retailkonzept kann ich mich bei der Auswahl der Labels und der Auslagengestaltung verwirklichen.


CF: Warst du vor der Shopgründung auch schon in der Modebranche tätig?

Kerstin: Durch das Modekolleg konnte ich bei diversen Fashionshows mitwirken. Auch beim Lifeball 2010 war ich hinter den Kulissen tätig. Weiters konnte ich bei Alexandra Trummer das erlernte Handwerk in Form eines Praktikums umsetzen. Im Retailbereich habe ich beim Concept Store "Park" in Wien ein Praktikum absolviert, wodurch ich gute Einblicke hinter die Kulissen bekam.


CF: Gab es neben dem Standort St. Pölten noch andere Optionen für dich, dein Modegeschäft zu eröffnen?

Kerstin: Natürlich habe ich auch mit den Gedanken gespielt den Laden in Wien zu eröffnen. Da wäre ich aber eine von vielen gewesen, hätte einige Labels nicht bekommen und müsste für einen guten Standort auch eine sehr hohe Miete bezahlen.
In Sankt Pölten hatte ich keine Probleme die Labels ins Sortiment aufzunehmen, konnte mir Exklusivdeals aushandeln und kann mir auch einfacher ein 60 Quadratmeter Geschäft in guter Lage leisten. Weiters gibt es in der Art und Weise weder in Sankt Pölten, noch in unmittelbarer Umgebung einen Shop mit vergleichbaren Konzept.


CF: St. Pölten gilt nicht gerade als Modemekka. Wie viel Sendungsbewusstsein muss man besitzen, um aus Modemuffeln Trendsetter machen zu wollen?

Kerstin: ;-) Wenn du bei mir im Geschäft bist, wirrst du sehen, dass ich sehr tragbare und schlichte Mode führe. Natürlich habe ich auch extravagante Teile für die Mutigen.
Generell muss ich aber auch anmerken, dass sich St. Pölten in den letzten Jahren sehr zum positiven verändert hat und die Leute offener geworden sind.


CF: Du führst nur Damenmode. Siehst du die Herren in stp als hoffnungslosen Fall?

Kerstin: Nein, gar nicht! Um ein ernsthaftes Herrensortiment zu führen bräuchte ich aber die doppelte Größe des Geschäftes und somit einen Investor - mögliche Investoren können sich gerne bei mir melden!


CF: Der puristische Schauraum und die Auswahl der Stücke spricht eine bestimmte Klientel an. Wie würdest du deine Kunden beschreiben?

Kerstin: Nach den ersten Wochen bin ich sehr überrascht, wie viele modebewusste ältere Damen es in Sankt Pölten gibt. Die Anfang 20er drängen sich derzeit noch nicht auf ;-)


CF: Österreichische Modemacher sind ebenso vertreten wie schwedischen und dänische. Gibt es bei der Auswahl der Kollektionen einen gemeinsamen Nenner?

Kerstin: Bei der Auswahl achte ich natürlich darauf, ob die Designer untereinander kombinierbar sind. Mir ist die Schlichtheit, das Minimalistische und die Qualität der einzelnen Teile sehr wichtig. Auch der Preis spielt eine Rolle. Es gäbe noch viele passende Labels, die mir persönlich sehr gefallen würden, aber im hochpreisigen Segment angesiedelt sind. Die österreichischen Labels, die wir ins Sortiment aufgenommen haben, ergänzen sich sehr gut mit den skandinavischen.


CF: Du bietest in deinem Shop auch Stücke des renommierten österreichischen Modelabels Wendy&Jim an, dessen Miteigentümerin die St. Pöltnerin Helga Ruthner ist. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Kerstin: Helga kenne ich persönlich; somit freut es mich sehr, dass wir einer wenigen österreichischen Läden sind, die Wendy&Jim Teile führen werden.


CF: Planst du Aktionen, welche deine Modebotschaft auch außerhalb des Shops tragen?

Kerstin: Wir waren am 22. Oktober bei "Paradise in the City" im City Hotel mit einen Stand vertreten. In nächster Zeit wird aber nichts außerhalb des Geschäftes stattfinden.


CF: Gibt es für die Mode-Aficionados schon einige Termine für den Kalender?

Kerstin: Der nächste Event wir ein "late night shoppen" mit Punsch-Unterstützung sein. Das Datum wird noch per Newsletter und Facebook bekannt gegeben.

CF: Ich bedanke mich für das Interview.

Autor: werner
letztes update: 28.10.11
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