Foto: Montage C. Zawadil


Buch vs. eBook

KOMMENTAR: Täglich benutzen wir elektronische Geräte wie Laptop, Handy, MP3-Player und Ähnliches. Seit einiger Zeit am Markt ist nun auch das eBook. Sind wir bald Fulltime-Sklaven der digitalen Welt?

Das klassische Buch fand seine Anfänge bereits im 15. Jahrhundert, etwa um 1450, als Johannes Gutenberg den Buchdruck entwickelte. Bis heute existiert dieses wunderbare Stück Geschichte, auch wenn schon lange prophezeit wird, dass irgendwann einmal niemand mehr Bücher kaufen wird. So weit ist es zum Glück noch nicht gekommen, auch wenn heute Literatur für einen Großteil der Jugendlichen und Erwachsenen kein Thema mehr ist.

Seit einiger Zeit werden nun auch (bisher nur vereinzelt) Bücherinhalte mittels eBook angeboten. Doch die Geräte, die es derzeit zu erwerben gibt (einen Teil davon nur in den USA), sind noch alles andere als benutzerfreundlich oder günstig (Kostenpunkt derzeit: ca. 210-249 , natürlich ohne Inhalt). Durch zu schwache Prozessoren dauert der Seitenaufbau und das Blättern zu lange, auch ist keine direkte Verbindung ins Internet möglich.

Doch einmal abgesehen von den technischen Schwächen stellt sich im Bezug auf eBooks eine ganz andere, wichtige Frage:

Ist es sinnvoll und notwendig Bücher in digitaler Form anzubieten?

Vorteile von eBooks sind ihr kompaktes Format und ihr geringes Gewicht. Man könnte damit theoretisch seine ganze Bibliothek mit sich herum tragen. Oder ein bestimmtes Zitat, bei welchem einen der Name des Verfassers entfallen ist, mittels Suchfunktion ganz einfach finden (derzeit noch Zukunftsmusik).

Eines ist gewiss: Leute, die bisher nicht an Literatur interessiert waren, werden es auch durch das eBook nicht werden. Lernfaule Schüler und Studenten würden sich diese Geräte aber vielleicht dennoch anschaffen, nämlich um ihre Schummelzettel ablesen zu können. Dazu bedarf es natürlich eines angemessenen Taschengeldes.

Zum Überleben notwendig sind eBooks genau so wenig wie Internet-Plattformen, MP3-Player, Laptops oder Handys (die beiden Letzteren können bei einigen menschlichen Exemplaren allerdings zu massiven Angstzuständen führen, falls diese einmal nicht in Reichweite sind). Trotzdem sind diese Geräte nicht mehr wegzudenken, der Mensch ist abhängig von ihnen, er hat seine Freiheit eingebüßt. Ob diese ganzen technischen "Spielereien" noch nicht ausreichen und auch das eBook zukünftig seinen Siegeszug antreten wird, das wird sich erst weisen.

Nun aber zum eigentlichen Grund dieses Artikels: ich selbst besitze zwar auch mehrere elektronische Arbeitsgeräte, was mir aber definitiv nicht in den Einkaufskorb kommt, ist ein eBook. Das geht mir persönlich zu weit.

Ich liebe es ganz einfach, ein neues Buch zu öffnen und den zarten Geruch von Papier wahrzunehmen, seine rauhe Oberfläche (ich nehme vor dem Lesen die Hülle ab) zu berühren oder das Geräusch der Seiten beim Umblättern zu hören. Ein Buch zu lesen ist für mich fast wie ein Ritual. Ich gebe es offen zu - ich bin ein Buch-Nerd! Bücher brauchen zwar viel mehr Platz als ein eBook, aber sie sind optisch viel schöner anzusehen und haben Stil. Und wenn einmal eines zu Boden fällt, dann ist es nicht gleich kaputt, bei einem eBook kann das leicht passieren. Ein weiteres zukünftiges Problem könnte werden, dass man auch bald Bücher (von illegalen Anbietern) kostenlos aus dem Internet downloaden kann. Somit wird das Buch abgewertet, es müssen mangels Bedarf weniger Bücher gedruckt werden, der Preis steigt. Der Buchindustrie würde es ebenso ergehen wie der Musikindustrie.

Ein Buch ist etwas Individuelles, das eBook in seiner Form gleicht etwa einem MP3-Player mit Display oder einem größeren Handy. Alles sieht gleich aus, fühlt sich gleich an. Die haptische Wahrnehmung verkümmert mehr und mehr. Monotonie pur.

Ich behaupte nicht, dass man eBooks wieder abschaffen soll, Vorteile haben auch sie. Wer es für nötig hält und sich damit Freude bereiten kann, soll sich nicht aufhalten lassen. Ich hingegen bin ein Retro-Girl und komme ohne Bücher (& Vinyl) nicht zurecht.
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Autor: claudia
letztes update: 29.8.09
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