![]() Kreisky - Meine Schuld, meine Schuld, ... meine große Schuld. Mit ihrem zweiten Album schlagen Kreisky mit bitterbösen Texten, kombiniert mit explosivem Hardcore der österreichischen Gemütlichkeit ins Gesicht. Trotz des katholischen Albumtitels wird hier keine Absolution erteilt. Ganz im Gegenteil: kollektive Befindlichkeiten werden hier wütend seziert.
Kreisky reiht sich in die lange Liste von Bands, die man wohl als das "österreichische Indie-Pop-Wunder" des Jahres 2009 bezeichnen kann. Seit dem heimischen Boom an elektronischer Musik vor über zehn Jahren schwappt nun auch die Independent-Musik über die Grenzen der Alpenrepublik und prägt ein neues popkulturelles Selbstbewusstsein in Österreich. Für die erstaunliche Kreativität sind Acts wie Clara Lucia, Soap&Skin, Aber das Leben lebt, Der Schwimmer, Laokoongruppe, Son Of the Velvet Rat, Excuse Me Moses, Tosca, Ernst Molden und viele andere Newcomer verantwortlich. Kreisky nehmen bei dieser bunt zusammengewürfelten Musikszene Platz in der ersten Reihe und stehen für eine Spielart des Hardcore, der auf Wurzeln wie den Minuteman, No Means No, die Washington CD-Schule oder SST verweist. Mit Austropop der alten Schule hat dies also so gut wie nichts zu tun. Außer, dass Kreisky auch auf Deutsch singen und damit beweisen, dass auch diese Sprache bestens für härtere Musik geeignet ist. Sänger Adrian Wenzel, auch bekannt als Austrofred, prangert gesellschaftliche Paradigmen wie Neid, Habgier und Oberflächlichkeit auf ironische Weise an. Über allem schwebt üble Laune, Themen wie Angst sowie scheinheiliger Katholizismus ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Produziert hat das Meisterwerk Naked Lunch-Bassist Herwig Zamernik.
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