![]() Der Informant! Ein spießiger Angestellter will im Alleingang einen Wirtschaftsskandal aufdecken und hält sich als FBI-Informant für weitaus wichtiger als er eigentlich ist. Der Biotechniker Mark Witacre (Matt Damon) arbeitet für ADM, einen gigantischen US-Agrarkonzern, der aus Mais Lysin gewinnt - eine Aminosäure, die in so gut wie jedem Nahrungsmittel enthalten ist. Die Geschäfte laufen ausgezeichnet, Marks Karriere ebenfalls.
Doch mit seinem Aufstieg im Unternehmen bekommt Witacre auch mit, dass da Dinge vor sich gehen, die er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann: Er wird Zeuge von internationalen, illegalen Preisabsprachen, die sich auf den gesamten globalen Lebensmittelmarkt auswirken. Witacre sieht sich als aufrechten Bürger, der dieses Unrecht aufdecken muss, daher wendet er sich an das FBI. Um ausreichend Material für eine Anklage zu sammeln, wird er zum Informanten, zeichnet Meetings und Gespräche auf und verwanzt Büros. Dabei fühlt sich der biedere und tollpatischige Wissenschaftler plötzlich wie James Bond und hält sich für unheimlich wichtig. Doch je mehr Beweise Witacre sammelt und je näher die Anklage rückt, umso mehr zweifeln die FBI-Agenten an ihrem Kronzeugen. Immer wieder ändert dieser seine Aussagen und missachtet Anweisungen. Bald ist nicht mehr klar, wann Witacre die Wahrheit sagt und wann die Fantasie mit ihm durchgeht. Ist er einfach nur größenwahnsinnig, selbst kriminell oder gar psychisch krank? Die Story ist so absurd, dass man sie kaum erfinden könnte. Und tatsächlich handelt es sich um eine wahre Geschichte, die Steven Soderbergh ("Ocean's 11", "Erin Brokovich") auf die Leinwand bringt. Zwischendurch hat der Film zwar Längen, das Wirtschaftsverbrechen an sich ist nicht sonderlich spannend. Doch dann beginnt sich der Protagonist zunehmend seltsam zu verhalten. Er denkt, er sei 0014 ("doppelt so gut wie 007") und verstrickt sich immer mehr in Widersprüche. Das schafft Raum für Situationskomik und gibt dem Film eine neue Wendung. Matt Damon erweist sich als Idealbesetzung und beweist in der Rolle des leicht trotteligen und spießigen Mark Witacre Mut zur Hässlichkeit. Er nahm 20 kg zu, Schnauzbart und eine Kassengestell-Brille tun ihr übriges zum Look des langweiligen Wissenschaftlers. Obwohl man Matt Damon als Actionheld und Geheimagent Jason Bourne gewohnt ist, nimmt man ihm auch Mark Witacre ab, der sich zwar für einen schlauen Superspion hält, aber meilenweit davon entfernt ist.
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