Foto: Cover "Veggiewahn"
Verlag/Jahr: Freya | 2016, 312 Seiten




Ulrich Neumeister- Veggiewahn

Eine gnadenlose Abrechnung von einem ehemaligen, langjährigen Vegetarier, der ernährungsbedingt unter großen gesundheitlichen Problemen litt, bis er seine Essgewohnheiten komplett umstellte.

Anhand von 16 Kapiteln zeigt Ulrich Neumeister, wie mittels scheinbarem bzw. fehlendem Wissen das Fleisch verteufelt wird. Denn es ist bis heute nicht wissenschaftlich erwiesen, dass man durch fleischlose oder gar vegane Ernährung ein hohes Alter mit besserer Gesundheit erreicht. Dennoch reagierten viele Vegetariere und Veganer, mit denen Neumeister zu tun hatte (bereits seine Großmutter war Vegetarierin), äußerst ungehalten, wenn man ihre Ernährungsweise hinterfragt. Hinzu kommt, dass Mangelerscheinungen oder Krankheiten von reiner fleischloser Kost nicht schon in den ersten Jahren auftreten, sondern sich viel später oder erst in der nächsten Generation bemerkbar machen.

Das Buch beschäftigt sich thematisch unter anderem auch damit, warum man auf Sojaprodukte gänzlich verzichten sollte, gesättigte Fette und Cholesterin nicht ungesund, dafür aber Kohlenhydrate überbewertet sind und warum viele Äpfel heutzutage weniger gesund sind, als man vielleicht denkt.

Die persönlichen Anmerkungen des Autors sind teilweise etwas zu angriffslustig. Auf Sätze wie "Da kann man doch gleich den Giftbecher nehmen." und andere ruppige Zwischenkommentare wie z.B. "unnötiges Gemüse" hätte man verzichten sollen. Diese führen nämlich eher dazu, dass die Seriösität des Buches leidet. Was sehr schade ist, denn die Argumente, die Neumeister vorbringt, sind zum überwiegenden Teil bereits wissenschaftlich bewiesen. Dezenter vorgebracht hätten sie aber eine größere Wirkung entfalten können.

Man muss jedoch bedenken, dass Neumeister 34 Jahre lang Vegetarier war und bereits in jungen Jahren an mehreren Krankheiten litt, wie Rachitis, Knickfüssen, Knochenerweichung und Nierengriess. Und nachdem es ihm nun deutlich besser geht (durch eine Art Paleo Diät mit viel Fleisch), ist es kein Wunder, dass er davon überzeugt ist, dass er wegen der falschen Ernährung so krank war.

Der Autor ist aber trotz seiner neuen Vorliebe für Fleisch der Meinung, dass die Massentierhaltung unbedingt abgeschafft gehört. Anstatt aber völlig auf die wertvollen tierischen Fette zu verzichten, ist es sinnvoller, das Fleisch bei einem Kleinbauern mit Weidetierhaltung zu kaufen, dessen Tiere wesentlich besser behandelt werden.

Jeder erwachsene Mensch soll sich so ernähren, wie er glaubt, dass es ihm gut tut, aber eines ist gewiss: Vegetarier oder Veganer, die ihre Kinder (vorallem in der Wachstumsphase) zu einer fleischlosen Kost nötigen oder ihnen suggerieren, dass es schlecht ist, Fleisch zu essen, sind keine guten Menschen und den Gemischtköstlern keinesfalls ethisch überlegen, sondern handeln meist aus selbstsüchtigen Gründen.

Link zum Buch: Veggiewahn
Link zum Buch: Ethisch essen mit Fleisch von Lierre Keith

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Autor: claudia
letztes update: 2.3.16
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