Foto: Cover "Die Erdfresserin"
Verlag/Jahr: Deuticke / 2012




Julya Rabinowich - Die Erdfresserin

Rabinowich erzählt von einer Russin, die in Wien als Prostituierte auf die Straße geht, um ihren behinderten Sohn, ihre Mutter und Schwester in der Heimat versorgen zu können.

Einst wollte Diana, die aus der ehemaligen Sowjetunion stammt, als Regisseurin Fuß fassen, doch als sie keinen Job findet, muss sie ihren Traum aufgeben. Sie verdient im Ausland als Prostituierte Geld, um ihren geistig behinderten Sohn, ihre Mutter und Schwester in der Heimat ernähren zu können. In Wien trifft sie eines Tages auf den abergläubischen Polizisten Leo, der sie vor der Abschiebung bewahrt und sie zu sich nimmt. Er ist schwerkrank und glaubt, dass er dadurch gutes Karma sammeln und wieder gesund werden kann. Auch Diana hofft, dass für sie nun alles besser und einfacher wird, doch da irrt sie gewaltig. Die Ruhe vor dem Sturm währt nur für kurze Zeit. Am Ende der Geschichte kennt Diana nur noch ein Ziel: sich aus Erde und ihrem Blut einen Golem zu erschaffen, der sie zurück in die Heimat führt.

Julya Rabinowich (*1970 in Leningrad) ist mit ihrem dritten Roman einmal mehr ein ausdrucksstarkes Werk gelungen. Sie stellt ihre Protagonistin nicht als Mitleidsobjekt dar, sondern als Kämpferin, die ihrer Familie wegen nicht aufgeben darf. Ihr Buch gliedert sich in zwei Teile; der erste beinhaltet neben der Hauptgeschichte kurze Dialoge, die sich, nachdem man beim zweiten Teil angelangt ist, als Gespäche mit einem Psychiater entpuppen. Rabinowich war mit "Die Erdfresserin" für den Ingeborg Bachmann-Preis 2012 nominiert.

Autor: claudia
letztes update: 3.11.12
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