Foto: Cover "Ein Amerikaner"
Verlag/Jahr: Hoffmann und Campe 2011




Henry Roth - Ein Amerikaner

Mit „Ein Amerikaner“ liegt nun das dritte, posthum erschienene, Werk von HENRY ROTH auf deutsch vor und es ist ebenso ein lesenswertes Stück Literatur.

Ira Stigman, Sohn jüdischer Eltern, lei­det vier Jahre nach seiner ersten Buchveröffentlichung noch immer unter einer Schreibblockade. Er hofft, in der Künstlerkolonie Yaddo diese zu überwinden. Jedoch verliebt Ira sich dort in die Pianistin M und vergisst sein eigentliches Ziel. Als er nach New York zurück kehrt, beendet er die intime Beziehung zu der älteren Literaturprofessorin Edith, die ihn finanziell unterstützt hat. Ira`s Wunsch ist es, endlich nicht mehr von jemanden abhängig zu sein.

Anstatt nun mit M glücklich zu werden und bei ihr zu bleiben, versucht Ira aber zuerst mit dem Invaliden Bill und dessen Familie sein Glück in Los Angeles. Schon bald aber merkt er, dass es sich ohne Geld und Veröffentlichungen nicht leben lässt und er wiederum Edith um Unterstützung bitten muss. Doch eben das ist es, was er nicht möchte. Nachdem er noch einige Zeit erfolglos dort verbracht hat, sieht er ein, dass er wieder zurück zu seiner geliebten M muss um dort zu versuchen, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Um möglichst wenig Geld auszugeben, möchte er per Anhalter zurück nach NY kommen, aber auch das gelingt nicht ohne Zwischenfälle.


Ein Amerikaner ist das letzte autobiografische Werk aus dem Nach­lass von Henry Roth (1906-1995) und ist, wie seine (wenigen) anderen Werke, sehr lesenswerte Literatur. Nicht nur die eigenen Erlebnisse in diesem Buch entsprechen der Realität, auch die Künstlerkolonie Yaddo, zu der Roth seinen Protagonisten schickt, existiert tatsächlich in Saratoga Springs/NY und zwar schon seit dem Jahr 1900. Zu den ehemaligen Gästen zählen unter anderem Leonard Bernstein, Truman Capote, Patricia Highsmith und Jonathan Franzen.

Als klassische Schriftsteller-Karriere kann man die von Roth nicht bezeichnen. Nach seinem ersten Buch "Call It Sleep" (1934) schwieg der Schriftsteller bezüglich Buchveröffentlichung 60 Jahre lang, in jener Zeit verfasste er nur mehrere kürzere Texte.

Ein Amerikaner ist erhältlich in der Buchhandlung Thalia St. Pölten, welche dem City-Flyer freundlicherweise ein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt hat.

Autor: claudia
letztes update: 7.10.11
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