Foto: Spätes Tagebuch
Verlag/Jahr: Residenz Verlag, 2010




Erika Pluhar - Spätes Tagebuch

Im neuen Buch von Erika Pluhar wird eine 70-jährige Frau zur Chronistin ihrer Gegenwart.

Paulina Neblo hat sich mit ihren 70 Jahren vom gesellschaftlichen Leben zurückgezogen. Früher eine sehr erfolgreiche Choreographin mit eigener Dance Company, hat sie sich nach zwei schweren Schicksalsschlägen - zuerst der Unfalltod ihres Mannes und dann der krankheitsbedingte Tod der Tochter – für die selbst gewählte Einsamkeit in ihrem großen Haus entschieden. Diese wird nur dann und wann kurz unterbrochen von ihrer Haushälterin. Eines Tages beschließt sie, zur Chronistin ihrer Gegenwart zu werden und beginnt, ein Tagebuch zu schreiben. Und bald tauchen in ihrem Leben und somit in ihren Tagebuchaufzeichnungen einzelne Personen auf, durch die Paulinas beschauliches und einsames Leben aus den Fugen gerät und die versuchen, Paulina aus ihrem Alltag zu locken, da sie Paulinas selbst gewählte Einsamkeit nur schwer akzeptieren können und wollen.

Das Buch von Erika Pluhar ist leicht geschrieben und in großen Teilen sehr autobiographisch, wie viele ihrer Bücher. Diesmal fließen leider die biographischen Teile nicht sehr gut in die ansonsten fiktionalen Anteile des Buches ein. Man merkt beim Lesen sehr genau, wann sich die Geschichte flüssig liest und wann sie aufgrund der fiktionalen Anteile teilweise etwas ins Stocken gerät. Zu deutlich ist leider dieser Unterschied bei der Lektüre spürbar. Insgesamt also leichte Kost. Und doch zeigt Pluhar aber auf sensible Weise, welche Sehnsüchte und Ängste ältere Menschen begleiten.

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Autor: michaela
letztes update: 22.4.10
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