Foto: Kind ohne Zeit - Hansi Lang
Verlag/Jahr: Residenz Verlag, 2008




Fabian Burstein - Kind ohne Zeit - Hansi Lang

Fabian Burstein schildert in seinem neuen Buch die mitreißende Lebensgeschichte des österreichischen Ausnahmekünstlers Hansi Lang.

"Keine Angst" - so der Titel des Debütalbums von Hansi Lang - war das Motto seines intensiven und kompromisslosen Lebens, in dem er ständig zwischen Extremen und immer dicht am Abgrund wandelte. Am 24.8.2008 starb Hansi Lang überraschend an einem Schlaganfall, acht Tage, nachdem er Burstein seine Geschichte zu Ende erzählt hatte.

"Ich fahre wieder heimwärts
durch eine Stadt aus Stahl.
Ich setz mich nieder auf mein Herz,
und spür', es ist das letzte Mal."
(Hansi Lang, 1. Strophe von "Keine Angst")

Der Autor Fabian Burstein arbeitet als Journalist und Kulturschaffender an diversen Medien-, Film- und Kulturprojekten. Geboren wurde er 1982 in Wien, zu einer Zeit, als Hansi Lang die Bühnen in Wien als New-Wave-Star betritt. Aber darin liegt vielleicht auch der Reiz des Buches, der Autor musste sich die Person Hansi Lang erst komplett neu erarbeiten. 2007 führte in sein Weg zum bekannten Produzenten und Keyboarder Thomas Rabitsch, da Burstein damals an einem Dossier über den 20. Todestag des Wiener Rhythm'n'Blues-Sängers Hansi Dujmic arbeitete. Und Dujmic war einer der ersten Jam-Partner von Rabitsch. Und der lenkte die Suche in eine neue Richtung, plötzlich war das Interesse des Autors für die drei "Hansis" - Hansi Dujmic, Hansi Hölzel (alias Falco) und Hansi Lang - entfacht. Hansi Hölzel war zu dieser Zeit knapp zehn Jahre tot, Hansi Dujmic fast zwanzig. Doch Hansi Lang dagegen war mit seinem Slow Club wieder sehr präsent in der Wiener Musikszene. Ein Jahr lang begab sich Burstein mit Hansi Lang auf eine Spurensuche nach Stationen des kompromisslosen und intensiven Lebens des Musikers. Die intensive Mitarbeit von Hansi Lang an dem Buch ist deutlich beim Lesen spürbar, durch die Erarbeitung der Biografie mit den eigenen Worten und Erzählungen des Künstlers bleibt das Buch nicht bei der oftmaligen Oberflächlichkeit anderer Biografien stehen. Es ist kein Buch "über" einen Künstler, sondern gemeinsam mit dem Protagonisten erarbeitet.

"Was aber noch viel wichtiger ist: Dass Hansi Lang niemals - und das meine ich in der tiefsten Totalität des Wortsinns - harmlos ist. ... Die Durchschnittlichkeit überließ Hansi Lang den anderen."

Das Buch ist aber auch ein spannender Rückblick in die österreichische Musikgeschichte. Hansi Lang stand schon als 13-jähriger auf der Bühne und spielte Schlagzeug, schon bald entdeckte er aber sein Talent als Sänger. Mit 20 stieg er bei der Hallucination Company ein, eine der zentralen Bands der damals aufstrebenden Wiener Musikszene. Nach nur wenigen Jahren begann er seine Solokarriere und wurde bald zu einer der buntesten und kontroversesten Figuren des Austropop. Das Buch ist eine Hommage an eine der größten Ikonen der österreichischen Musik-Szene.

"Ein Kind ohne Zeit
war gewandelt, durch der Seelen Leib.
Mit einem Traum in seinem Herzen.
Der Traum war sein Leben,
vielleicht lebte es darum."

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Autor: michaela
letztes update: 7.12.08
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